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SCHINDEL, Robert Die Initiative des Jüdischen Theaters Austria, die jüdische Bühne in der Praterstrasse 34 („Nestroyhof“) zu reetablieren
Sehr geehrter Herr Kulturstadtrat Dr. Mailath-Pokorny! Lieber Andreas! Ich schreibe Dir betreffend Warren Rosenzweig und seinen Vorschlag, im ehemaligen jüdischen Theaterhof in der Praterstrasse 34 (Nestroyhof) wieder ein ständiges jüdisches Theater zu etablieren. Ich finde, dass diese Idee eine wichtige, positive Gelegenheit für Wien und ganz Österreich darstellt und hoffe, dass Du es auch so siehst. Gerade in der Leopoldstadt, wo es einmal eine rege Kulturszene gegeben hat, in einer Stadt, die von jüdischer Kunst und Kultur stark geprägt war, würde die Wiedererrichtung einer jüdischen Theaterbühne von größter Bedeutung sein. Dass das prächtige Jugendstilgebäude „Nestroyhof“ und das ihm innewohnende Theater – welches von einem der berühmtesten jüdischen Architekten in der Geschichte unseres Landes gebaut wurde – heute für eine mögliche Restaurierung zur Verfügung steht, spricht für die kulturelle Dringlichkeit dieses Vorhabens. Ich kenne Warren Rosenzweig seit den 80er Jahren als seriösen Theatermacher, der sich heute mit großem Einsatz für interkulturelles Theater in Wien engagiert. Die hochwertigen Produktionen, die unter seiner Leitung vom Jüdischen Theater Austria seit dem Jahr 2000 auf den Wiener Bühnen zu sehen sind, schätze ich als wichtige künstlerische Beiträge zur hiesigen Kulturlandschaft. Ich selbst habe mit viel Freude im November 2001 bei einer viel bietenden Veranstaltung, dem „Solothon“, mit einer Lesung meiner eigenen Gedichte mitgewirkt. Ich glaube, dass eine zeitgenössische jüdische Theaterbühne in Wien, so wie sie von Warren Rosenzweig vorgeschlagen wird, in unserer Stadt einen bedeutenden Beitrag zur Integration, Kommunikation, kulturellen Vielfalt und interkultureller Akzeptanz leisten könnte. In der Hoffnung, dass die Kulturabteilung der Stadt Wien bereit sein wird, eine aktive Rolle in der Verwirklichung dieser künstlerisch, gesellschaftlich und politisch interessanten Idee einzunehmen, verbleibe ich Herzlichst, Robert Schindel 6. April 2004, Wien
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