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HAUSENBICHL, Mag. Angelika Ergreifen wir die Initiative!
Kennen sie den 2. Bezirk in Wien, seine Bedeutung und besonders seine Vergangenheit? Wenn Sie Österreicher/in sind, dann sicherlich. Wir kennen die Bilder der Vergangenheit und dabei spreche ich nicht nur die Nazizeit an. Es begann schon viel viel früher. Doch... Das es eine blühende und unterhaltende jüdische Kultur gab, Stätten in denen gelacht, geweint, geraucht, getanzt wurde, wo sich auch Gojim einfanden, die sich zumeist nur lustig darüber machten [oft wurde zum besseren Verständnis sehr viel Jiddisches eingedeutscht], wird so gut wie vergessen. Der Nestroyhof in der Praterstraße im 2. Bezirk war solch eine Stätte. Im ′Kern′ des Gebäudes, im Mittelpunkt eines prachtvollen Jugendstilhauses fanden sich internationale Schauspielertruppen und berühmte Schauspieler/innen wie Molly Picon aus den USA ein. Sie amüsierten und unterhielten das Publikum. Man trank, aß, rauchte, musizierte und lauschte vom Parterre oder der Galerie aus dem Geschehen auf der Bühne. Der Architekt Marmorek war berühmt für seine Zweckmässigkeit. Jeder Schritt, d.h. jeder Raum, seine Anordnung, jedes Fenster, Türe, Außen- und Innenverzierung hatte seine Bedeutung. Wenn Sie wieder ′mal in die Praterstraße kommen, dann sehen Sie sich doch einmal genau die Fassade an, was fällt Ihnen auf? Wir alle kennen die politische Situation in Wien/Österreich. Der Beamtenapparat ist ein zu verstricktes und verwickeltes System, um vom alten Schema abzukommen. Man kann darin als Einzelner keine Ideen durchsetzen, so gewinnt immer die Masse und diese kennen wir, oder besser, was sie bewirkt. So, ergreifen wir die Initiative! Mag. Angelika Hausenbichl, Wien 2004-06-01
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