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MÜHLSCHLEGEL, Matthias Grundlage für die Erneuerung und Belebung der eigenen Identität
Ich möchte hiermit der Initiative für die Rettung des Nestroyhofes und seiner Nutzung als festes Haus für das Jüdische Theater Austria meine Unterstützung aussprechen.
Die Politik und die verantwortlichen Ämter der Stadt Wien sind gut beraten eine Unternehmung wie das Jüdische Theater Austria finanziell zu fördern und deren Initiative für die Erhaltung und kulturelle Belebung eines historischen und traditionsreichen Gebäudes, des Nestroyhofes, unter Ausnutzung aller zur Verfügung stehenden Mittel mit konkreten Zusagen und wirksamen Entscheidungen zu unterstützen.
Das Unrecht, das den Juden in Österreich unter anderem durch Enteignungen angetan wurde, wird durch die Aufrechterhaltung solch unrechtmäßiger Besitzverhältnisse zu einer Tradition gemacht, die zu beenden ist. Die Politik, die junge und aktive Unternehmungen, wie das Jüdische Theater Austria ignoriert, oder gar bekämpft, ist eine provinzielle und in sich gefangene Politik, denn sie verkennt die Bedeutung und Wirkung, die eine vielfältige und internationale Kulturlandschaft für Wien hat. Ihre Entwicklung ist für das Leben in der Stadt Wien und der Signale und Kontakte, die vor allem auch international dadurch von ihr ausgehen, die Grundlage für die Erneuerung und Belebung der eigenen Identität.
Momentan bietet die Wiener Kulturlandschaft ein viel zu überschaubares und leider oft austauschbar wirkendes Bild. Es braucht eine Öffnung und Raum für bekennend andere, neue und fremde Initiativen (die sich ja nicht Wien wählen, weil sie Wien nicht mögen) statt der Übernahme und Vereinnahmung von erfolgreicher „importierter Kultur“ und importierten Erfolgskonzepten, statt einer wiederholten Beschwörung und Vermarktung dessen was zum Kult erhoben wird und die schwindende erstarrte Tradition ersetzen soll.
Aus diesen Gründen ist die Initiative des Jüdischen Theaters Austria umso wichtiger und findet meine volle Unterstützung.
Matthias Mühlschlegel, Wien
2005-05-18
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