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Kurier - Nov. 18, 2004


Initiative für altes jüdisches Theater


[English translation is forthcoming.]

Das Jugendstil-Juwel in der Praterstraße ist zwar in keinem guten Zustand, aber die Details sind gut erhalten und vor allem noch bis heute, Donnerstag (15 bis 20 Uhr), zu besichtigen: Denn das ehemalige jüdische Theater im Nestroyhof, 1938 von den Nationalsozialisten geschlossen wird von Konrad Limbeck als Ausstellungsraum für seine Bilder "Zwischenmenschen" genützt.

Noch läuft für das 1940 zwangsarisierte Haus von Oskar Marmorek – auch Architekt des Rüdigerhof in der Hamburgerstraße – ein Denkmalschutz-Verfahren. Seit der Raum mit den alten Stukkaturen und dem Glasdach unter einer Kuppel zufällig hinter den Wänden eines ehemaligen Supermarktes wieder entdeckt wurde, gibt es immer wieder Initiativen, die Bühne zu revitalisieren.

Die derzeitigen Hausbesitzer haben bisher nur mäßiges Interesse gezeigt, der Wiener Kulturstadtrat hat das Projekt "aus Budgetgründen" als "zu teuer" abgelehnt, "obwohl es hier in der Leopoldstadt die Chance gäbe, ein lebendiges Kunst- und Kulturzentrum für Theater, Musik und Film einzurichten – als einen Akt der Wiedergutmachung an die verlorene jüdische Kultur Wien", sagt Warren Rosenzweig. Der Leiter des Jüdischen Theaters Austria beziffert die Kosten für die Re-Etablierung Innenhofbühne mit knapp einer Million Euro. "Lächerlich wenig im Vergleich etwa zu den Umbaukosten des Ronacher."

Internet www.jta.at/billboard

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