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volksgruppen.orf.at - Jan. 20, 2007


Neue Räume und Projekte


JÜDISCHES THEATER AUSTRIA
[English translation is forthcoming.]

Das Jüdische Theater Austria will künftig mehr Offenheit und Präsenz zeigen. Im Jänner werden in Wien-Neubau neue Büro- und Veranstaltungsräumlichkeiten eröffnet. Das kleine Gassenlokal in der Kandlgasse heißt "The Window" und ist mit einem großen Schaufenster ausgestattet.

Im März 2007 ist das Theater außerdem Gastgeber des Weltkongresses Jüdischer Theater (20.-23.3.) und Veranstalter eines internationalen jüdischen Theaterfestivals (18.-24.3.), kündigte Prinzipal Warren Rosenzweig heute bei einem Pressegespräch an.

Seit 1999 - Wiederbelebung der jüdischen Theaterszene

Das 1999 in Graz gegründete Jüdische Theater Austria hat sich die Wiederbelebung der heimischen jüdischen Theaterszene auf die Fahnen geschrieben, die vor 1938 in Wien so dicht war wie nirgendwo sonst in Europa, wie Rosenzweig betonte. 2001 übersiedelte der Verein nach Wien, die Büroräume waren in einem Wohnhaus in Wien-Alsergrund untergebracht, die Produktionen wurden mangels eigener Bühne weiterhin an verschiedenen Spielorten gezeigt. Seit 2001 kämpft Rosenzweig um die Etablierung eines internationalen Jüdischen Theaters im Wiener Nestroyhof, der bis 1938 Heimstatt der Jüdischen Künstlerspiele war und später arisiert wurde.

"The Window"

Die rund 35 Quadratmeter großen neuen Räumlichkeiten im "Window", in denen zuvor eine Baugesellschaft untergebracht war, sollen nun für kleinere eigene Performances, Proben und Workshops genutzt werden, aber auch anderen Gruppen, etwa der derzeit im Amerlinghaus angesiedelten Literaturwerkstatt Exil, offen stehen. Angekündigt wurden weiters u.a. die Workshop-Serie "Shtick!" zur Entwicklung neuer Stücke oder Rosenzweigs Soloperformance "Totem und Tabori" über die Arbeit des Jüdischen Theater Austria.

Weltkongress Jüdischer Theater - Zeichen der Solidarität

Seine Bemühungen um den Nestroyhof gingen freilich weiter und stießen mittlerweile auch auf internationales Interesse, betonte Rosenzweig. Wenn die 1987 gegründete Association for Jewish Theatre kommenden März erstmals außerhalb der USA ihren Kongress abhalte, setze sie damit ein explizites Zeichen der Solidarität. Zwischen 50 und 150 Teilnehmer aus aller Welt werden unter dem Motto "Tikun Olam - Repair the World" in Wien zusammen kommen und dabei auch den Nestroyhof zum Thema machen.

Theaterfestival
Auftrittsverbot im Nestroyhof


Mit dem parallel veranstalteten Theaterfestival, das neben einer Eigenproduktion Gruppen u.a. aus Moskau, Tel Aviv, Buenos Aires und Melbourne präsentiert, will Rosenzweig auch demonstrieren, wie ein "jüdisches Welttheater" im Nestroyhof aussehen könnte. Festival wie Kongress sollen an verschiedenen Spielorten stattfinden, die Bezüge zur jüdischen Geschichte Wiens aufweisen. Der Nestroyhof gehört nicht dazu - die Besitzer hätten dem Jüdischen Theater Austria Auftrittsverbot erteilt, so Rosenzweig.

Finanzierung durch Subventionen

Finanziert werden Kongress und Festival wie der laufende Betrieb über Sponsoren - weiterhin gebe es weder von der Stadt noch vom Bund Subventionen, so Rosenzweig: "Wir leben von einem Tag auf den anderen, es ist ein Wunder, wie wir das acht Jahre lang geschafft haben."

Jüdisches Theater Austria in "The Window", Kandlgasse 6, 1070 Wien

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