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Augustin, 26.03.2008
Augustin, 27.02.2008
Augustin, 01.02.2008
Jewish Renaissance, 01.12.2007
Jewish Renaissance, 01.10.2007
USCJ, 01.09.2007
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Jewish Renaissance, 01.07.2007
AJT Newsletter, 30.06.2007
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Der Standard, 27.03.2007
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Die Presse, 15.03.2007
Jews in the News, 15.03.2007
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Augustin, 01.02.2007
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Die Presse, 20.01.2007
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Augustin, 01.09.2006
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Profil, 20.02.2006
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haGalil Online, 16.11.2005
Politix, 07.11.2005
Illustrierte Neue Welt, 25.09.2005
Newsletter of the Association for Jewish Theatre (AJT), 01.09.2005
CeiberWeiber, 11.05.2005
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Kleine Zeitung, 25.01.2005
Kurier, 18.11.2004
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Die Presse, 18.11.2004
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haGalil Online, 17.11.2004
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Schalom, 01.09.2004
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Die Gemeinde, 01.06.2004
All About Jewish Theatre, 01.06.2004
NIW, 13.02.2004
Die Presse, 04.02.2004
Die Presse, 02.02.2004
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Illustrierte Neue Welt, 01.05.2000
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Denken + Glauben, 01.01.2000
www.jta.at, 01.12.1999

action.at - 02.05.2007

Leserbrief an Falter von Peter Drössler

BETRIFFT: „POSSE MIT HAKENKREUZEN“ VOM 14.3.2007

Lieber Wolfgang Kralicek, lieber Armin Thurnher,

leider erst jetzt habe ich Ihren Artikel „Posse mit Hakenkreuzen“ gelesen. So manche Aussage darin sollte nicht unkommentiert stehen bleiben – gerade in einem Medium wie dem Falter, der sich ja einer offenen kulturpolitischen Diskussion verschrieben hat. Im genannten Artikel ist davon leider nicht viel zu bemerken.

Die Rollen sind eindeutig verteilt. Auf der einen Seite, im Märchenton („Es war einmal ...“) etwas entrückt dargestellt, der von einem Nazitrauma verfolgte jüdische Protagonist, der „Puppentheatermacher“ Warren Rosenzweig, noch dazu aus New York, der „sich nicht geschlagen gibt“, mit seinen „paar spärlichen Inszenierungen“ künstlerisch bisher keine großen Wellen geschlagen hat dafür aber „hin und wieder“ den Kulturbetrieb im Nestroyhof „stört“. Auf der anderen Seite Gabriel, nicht der Erzengel, sondern der frühere Mitbetreiber des „legendären“ Freihaus (wow, jetzt bin ich aber beeindruckt; die vielen Male, die ich dort meinen Kaffee getrunken habe, war mir gar nicht bewusst, dass ich in einer Legende sitze), der seine selbstlose Liebe zur Kultur entdeckt hat und seiner Familie ein Prekariat für den 1939 arisierten Nestroyhof abtrotzen konnte. Jetzt will er beweisen, dass seine Vorfahren „keine Schweindln“ waren. Zwar waren die 3.500,- Schilling, die sie 1951 im Rahmen eines Vergleiches an die abermals abgeblitzten Erben der ursprünglichen Besitzerin des Nestroyhofs zahlten, kein wirklich angemessener Preis. Aber die Erben haben ja schließlich auf das Objekt verzichtet und „wie schlimm es im Fall Nestroyhof war“ sei halt schwer zu sagen.

Die Rollen sind also klar verteilt und vielleicht hat ja der Name des strittigen Objektes, „Nestroyhof“, Wolfgang Kralicek dazu verführt, die ewige, leider noch immer nicht lustige Frage, wie Wien mit seiner jüdischen Vergangenheit umgeht, diesmal als Posse zu erzählen. Ein netter Versuch, nur ist er schief gegangen.

Die Argumentationsmuster dieser Posse sind nur allzu bekannt. Bloß im Falter hätte man sie nicht vermutet. Wenngleich geschickt mit Worten umspült und getarnt (ja ja, schreiben kann er, der Kralicek) taucht so mancher Archetyp aus der politischen Diskussion der letzten Jahrzehnte wieder auf: Der Jude, der sein Judentum dazu missbraucht, sich ungerechte Vorteile zu verschaffen („Man hat kein geistiges Anrecht auf etwas, nur weil man aus der jüdischen Ecke kommt“). Die unschuldigen Profiteure, die einfach Glück hatten („Das Theater haben ja die Nazis gesperrt, nicht die Polsterers“). Da wird der gute, assimilierte Jude in Stellung gebracht („Ich bin auch Jude und ich finde, Judentum zeigt sich bei Fian viel eher als bei einem israelischen Autor“) und überhaupt: „Es ist doch fast jedes Theater ein jüdisches Theater.“ Fazit: Wir brauchen in Wien so was wie jüdisches Theater gar nicht, wir können das eh selber besser. Es fehlt eigentlich nur noch der Satz: „Irgendwann muss endlich eine Ruh sein.“

Man gewinnt den Eindruck, dass bei so einer schönen Geschichte nicht so genau hingeschaut wird wie sonst. Denn es kann und darf ja nicht sein, dass jemand, der sich klar zur alternativen Kultur bekennt, szenegeeicht wenn nicht sogar „legendär“ ist, möglicherweise (nur) sein nicht ganz koscher erworbenes Erbe verteidigt. Das ist selbstverständlich keine Unterstellung, doch die Vermutung drängt sich irgendwie auf. Im Artikel freilich kommen die Fakten und die Chronologie der Ereignisse ein wenig durcheinander. So manche Pointe wird dank dramaturgischer Straffung und mit Hilfe eines ungeprüften Zitats gesetzt. Nur als Beispiel: Wer wann was in der Titel gebenden Causa mit den Hakenkreuzen getan – oder nicht getan – hat, sollte man entweder genau recherchieren oder die Geschichte lieber weglassen. Doch Kralicek erzählt sie nur aus der Sichtweise des Hausbesitzers – und lässt dabei ein paar Monate im Zeitverlauf unter den Tisch fallen. Statt „einiger Tage“ wie Kralicek behauptet, wartete Rosenzweig fünf Monate auf Antwort von Gabriel, bevor er die Angelegenheit im Rahmen einer Pressekonferenz thematisierte.

All das ist ärgerlich. Doch viel trauriger ist noch, dass das Festival „Tikun Olam“, eigentlich Anlass für den Artikel, nur mit zwei Sätzen ganz nebenbei und als a priori uninteressant erwähnt wird. Dabei wäre es eine gute Gelegenheit gewesen – für Wolfgang Kralicek und für interessierte Wienerinnen und Wiener – sich selbst davon zu überzeugen, ob an der Idee für ein jüdisches Theater nicht vielleicht doch etwas dran ist. Man hätte vergleichen können, ob wirklich ohnehin „jedes Theater ein jüdisches Theater“ ist oder ob eine besondere Qualität, ein andere, möglicherweise auch für Nicht-Juden spannende Perspektive dem Kulturschaffen der deklariert jüdischen Künstler anhaftet. Eine Woche lang gab es Gelegenheit, Theaterschaffende und ihre Arbeit unter anderem aus den USA, aus Kanada, Südafrika, Russland, Israel, Tschechien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Brasilien, Australien und Österreich zu sehen, die zum Festival und Kongress nach Wien kamen. Sie alle wurden im Artikel ignoriert. Kralicek hätte neben vielen anderen z.B. Mira Hirsch, Präsident des Weltkongresses Jüdischer Theater, fragen können, ob bzw. warum es ein jüdisches Theater braucht und wieso man mit dem Kongress gerade nach Wien gekommen ist. Doch Wolfgang Kralicek hat auf diese Chance verzichtet. Denn er hat ja – schon vor dem Festival – gewusst, dass ohnehin „jedes Theater ein jüdisches Theater“ ist und eine Institution, die das Judentum im Namen führt künstlerisch nur auf einem Niveau agiert kann, über die „passenderweise“ nur eine Obdachlosenzeitung berichtet. Dass trotzdem viele Menschen den Weg zu Tikun Olam fanden, ist nicht dem Falter zu verdanken, sondern anderen Medien, unter anderem dem Standard, Profil und Ö1, die darüber berichteten.

Wolfgang Kralicek hat stattdessen dem kulturinteressierten Wien ein einseitiges Bild gezeichnet. Er hat statt Informationen Meinung geliefert. Das steht ihm zu, nur sollte sie – soviel sollte dem Falter seine journalistische Qualität wert sein – auch als Meinung ausgewiesen sein.

Wie auch immer, Herr Gabriel hat sich gefreut. Den Artikel hat er gleich im Foyer „seines“ Nestroyhofes ausgestellt. Nur diesen.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter Drössler

PS: Bevor noch irgendwelche neuen Judentum-Anmaßungs-Vermutungen aufkommen: Ich bin nicht Jude, sondern Protestant (evangelisch A.B.), aber das sollte an sich nichts zur Sache tun. Und ja! Ich kenne Warren Rosenzweig. Wir haben einander im vergangenen Herbst kennen gelernt. Danach hab ich das JTA für das Theaterfestival Tikun Olam unterstützt, da ich der Meinung bin, dass mehr zeitgenössische jüdische Kultur eine Bereicherung für Wien wäre. Von Warren Rosenzweig ferngesteuert bin ich trotzdem nicht. „Alles klar?“

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