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Wiener Zeitung - Sept. 03, 2008


Die fanatische Familie


[English translation is forthcoming.]

Von Lona Chernel

Aufzählung. Man kann nur hoffen, dass es keine Durchschnittsfamilie ist, die sich in der Uraufführung von Warren Rosenzweigs Volksstück "der Garten im Schrank" vorstellt: Vater, Mutter und Sohn sind faschistoid, mordlustig, nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen, sondern für alles die "Anderen", die "Fremden" verantwortlich zu machen. Irgendwann kann sich wohl auch die zögerliche Schwiegertochter diesem Einfluss nicht mehr entziehen.

Das 1999 gegründete Jüdische Theater Austria (zu dessen Ehrenmitgliedern nicht nur Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, sondern auch Kardinal Christoph Schönborn zählt) versucht nun in Open-Air-Aufführungen eindringlich aufzuzeigen, wie gefährlich von Vorurteilen geleitete Fanatiker für ihre Mitmenschen, ja für die gesamte Gesellschaft werden können.

Schade, dass die Vorstellung jüngst wegen starken Regens vorzeitig abgebrochen werden musste: Man hätte dem interessanten Darstellerquartett (Rita Hatzmann, Mimi Kilinger, Erwin Leder und Autor Rosenzweig) gerne noch bis zum entlarvenden Ende zugeschaut.

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