Presse

www.jta.at, 01.05.2012
Party.at, 31.07.2011
Yelp Wien, 27.07.2011
Die Jüdische, 22.03.2011
TACE, 01.03.2011
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Wien-Heute.at, 31.08.2009
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Augustin, 26.03.2008
Augustin, 27.02.2008
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The Canadian Jewish News, 01.05.2007
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Kleine Zeitung, 27.04.2002
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Die Presse, 25.04.2001
Kleine Zeitung, 21.04.2001
Kronen Zeitung, 20.04.2001
Neue Zeit, 20.04.2001
Korso Info Server, 01.04.2001
Jewish Journal, 01.04.2001
Der Standard, 02.02.2001
Grazer Woche, 28.01.2001
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Kronen Zeitung, 11.11.2000
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haGalil Online II, 17.05.2000
Illustrierte Neue Welt, 01.05.2000
Megaphon, 01.05.2000
Kulturen und Künste, 01.01.2000
Denken + Glauben, 01.01.2000
www.jta.at, 01.12.1999

Die Presse - 25.04.2001

Nabelschau kollektiver Psychosen

DAS "JüDISCHE THEATER AUSTRIA" ZEIGT GEORGE TABORIS "WEISMAN UND ROTGESICHT" IM GRAZER FORUM STADTPARK: EIN WüSTER WESTERN IM SCHWITZKASTEN.

"Kratz lang genug an `nem Weißen, und ein Faschist kommt zum Vorschein", legt Tabori seinem Rotgesicht in den Mund. "Kitzel einen Juden, und der Schalk blitzt dich an", ließe sich erwidern. Kaum ein anderer verfügt über derart satirischen Witz und beißenden Sarkasmus, mit dem er sich und den Rest der Welt so lustvoll an der Nase zupfen kann. Der Theatermann "der Peinlichkeiten" ist im Rundumbiß ein Meister, sein jüdischer Western "Weisman und Rotgesicht" ein Zerrspiegel des Larmoyantenturms. Fast klingt`s wie ein billiger Witz: Ein Jude und seine behinderte Tochter treffen in der Wüste auf einen Indianer und beginnen einen Wettstreit, wer von ihnen wohl schlimmer dran sei.

Davor spielt sich im winzigen Keller des Grazer Forum Stadtpark der Wettkampf um die Plätze ab: Das 1999 von Warren Rosenzweig in Graz gegründete "Jüdische Theater Austria" präsentiert seine erste Vollproduktion. Erik Göller vom Grazer Schauspielhaus als kuriose Paradebesetzung des Weisman, Nadja Brachvogel in der bewegend verkörperten Rolle der Tochter Ruth und das gedrungene Rotgesicht alias C. C. Weinberger bringen nicht nur sich gegenseitig zum Schwitzen. Tiefschwarzer Humor und Saunaklima im intimen Raum treiben unter der Regie von Wojtek Klemm neben stacheliger Blüten auf der Wüstenbühne auch manche Schweißperle aufs Antlitz der Zuschauer.

Göller blüht, glatzköpfig und selbstverliebt, in der Märtyrerrolle des "ewigen Juden", der keinen Verfolgten neben sich duldet, auf. Daß er die Urne seiner an einem verspäteten Weisheitszahn verblichenen Gemahlin mit sich führt, ist nur eine der auf Pietät pfeifenden Pointen. Bigotte Ehrfurcht oder bierernste Sentimentalität werden von der ungeschminkten Nabelschau kollektiver Psychosen befreiend frech in die Wüste geschickt, ohne ins Geschmacklose abzugleiten. Nadja Brachvogel rückt beim Tanz am Rande des Vulkans die Balance zwischen Komik und Ernst immer wieder ins Lot.

In Wien ist die Koproduktion mit dem Grazer Schauspielhaus und dem Forum Stadtpark im Mai im "Theater des Augenblicks" zu sehen.

Elisabeth Willgruber

© 2001 Die Presse


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