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Kleine Zeitung - Apr. 21, 2001


Taboris Ritt gegen die Rassisten


[English translation is forthcoming.]

Graz. – Das "Jüdische Theater Austria" trifft in Kooperation mit dem Schauspielhaus Graz und dem Forum Stadtpark Theater mit George Taboris Stück "Weisman und Rotgesicht" in der sensibel weitsichtigen Regie Wojtek Klemms voll die Fratze von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Taboris Stück lässt in der "Wüste schlechthin" parabelhaft drei Menschen aufeinandertreffen. Weisman, jüdischer Kleiderhändler, mit der Urne seiner Frau im Arm und einem Batzen Erspartem und seine behinderte Tochter Ruth stoßen auf den Indianer Rotgesicht, der, von Leben und Gesellschaft rassistisch geprügelt und betrogen, in der Wüste den Tod sucht. Doch anstatt sich zusammen zu tun, bleiben sich die Männer nichts an Erniedrigungen und Beleidigungen schuldig. Als Mensch besteht allein die mongoloide Frau. Sie kann fraglos Liebe geben und annehmen.

Dass dieses so subtil angelegte Stück funktioniert, dafür stehen so famose Schauspieler wie Erik Göller (Weisman) und C. C. Weinberger (Rotgesicht) ein, welche die schwierige Problematik bis in alle innersten Winkel und sogar noch mit Humor offen legen können.

Den Sieg der Liebe aber über jede Aus- und Abgrenzung hinweg macht Nadja Brachvogel als Ruth, dabei Hässlichkeit keineswegs scheuend, berührend manifest. Begeistert beipflichtender Beifall.

© 2001 Kleine Zeitung